Samstag, 26. März 2011

TV-Tipp 28.03., 23 Uhr Sat1: Spiegel-TV Reportage - Feindbild Fleisch - Vegetarier auf dem Vormarsch


Montag, 28.03.2011 von 23.00 - 23.30 Uhr auf Sat1: 
Ihre Stimmen werden lauter, und sie werden immer mehr: Menschen, die auf Fleisch verzichten. Vegetarier. Sechs Millionen sollen es laut dem Vegetarierbund inzwischen in Deutschland sein. Galten Fleischverächter früher als eine mitleidig belächelte Minderheit, ist es spätestens seit den Bestsellern von Jonathan Safran Foer ("Tiere essen") und Karen Duve ("Anständig essen") hip und cool, tierische Lebensmittel komplett vom Speiseplan zu streichen.
Gammelfleisch- und Dioxin-Skandal tun ein Übriges, Konsumenten den Fleischverzehr madig zu machen. Vegetarismus ist Mainstream geworden, nicht gerade bei Hartz-IV-Empfängern, aber zumindest in "besseren" Kreisen. Wie es scheint, haben Vegetarier einleuchtende Argumente auf ihrer Seite: Wer sich fleischlos ernährt, für den müssen keine Tiere sterben. Vegetarier tun etwas für die Gesundheit, für die Umwelt und den Klimaschutz. Vor allem aber für ihr gutes Gewissen.
Doch leben Vegetarier wirklich gesünder, wenn sie sich von Rohkost statt von Rindersteak ernähren? Retten sie den Planeten, wenn sie Tofuburger anstelle von Tafelspitz essen? Stoppen sie den Klimawandel, wenn sie den Sauerbraten durch ein Sojaschnitzel ersetzen?
SPIEGEL-TV-Autor Ralph Quinke hat sich in der Szene umgesehen, hat Vegetarier, Veganer und Urköstler kennengelernt, er hat vegetarische Restaurants und einen veganen Online-Shop besucht, dessen Umsatz sich in wenigen Jahren verzehnfacht hat.


Zusatz 29.03.2011: wer die Reportage gesehen hat und genauso enttäuschend fand, hier ist eine Mustermail (erstellt von Jeff V Mannes/facebook) an Spiegel-TV die gerne kopiert und an an den folgenden Link verschickt werden kann: http://www1.spiegel.de/active/kontakt/fcgi/lesermail.fcgi?artikelid=751675

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin wirklich enttäuscht von Ihrer Sendung zum Thema Vegetarismus. Sie laden, ohne korpulente Menschen diskriminieren zu wollen, dickbäuchige "Experten" ein, die dann behaupten, vegetarische oder vegane Ernährung sei ungesund. Sie zeigen nur das Klischee-Bild vom "esoterischen Öko-Spinner" (ohne dass ich die gezeigten Personen tatsächlich als solche bezeichnen würde) als Gegenseite, das Sie dann auch noch spöttisch mit Pipi-Langstrumpf-Musik hinterlegen und deren tatsächlich bessere Gesundheit Sie herablassend mit "Der Glaube kann Berge versetzen" kommentieren.
Sie zeigen Fertigprodukte, die, wie alle anderen nicht-veganen Fertigprodukte auch, unappetitlich aussehen und verallgemeinern dies auf die gesamte vegetarische Ernährung. Sie benutzen die Aussagen eines Lebensmittelchemikers, der allen Ernstes behauptet, die gesundheitlichen Bedenken gegen das Rauchen seien alle falsch und führen nur zur Diskriminierung der Raucher und der dies dann mit dem Feldzug der "bösen Vegetarier" vergleicht um die Argumente für eine Fleischsteuer als Lobby-Arbeit der Pflanzenfresser zu "enttarnen", die uns allen nur das Fleisch madig machen wollen.
Sie führen Argumente an, die eigentlich für Vegetarismus sprechen und drehen sie so um, dass sie danach als Gegenargument dargestellt werden. (Beispiel Soja: Die riesigen Mono-Kulturen werden nicht für Vegetarier, sondern für die Nutztiere der Fleischesser angebaut. 90% der Sojaernte gehen direkt an diese. Die Menschheit bräuchte längst nicht so viele Sojafelder, wie die Nutztiere verschlingen.) Überhaupt zeigen Sie nur Argumente gegen den Vegetarismus, von objektivem Journalismus oder der Auseinandersetzung mit Pro und Kontra keine Spur. Mit Verlaub, aber so etwas nenne ich Bild-Niveau. Ich möchte Sie daran erinnern, dass Sie als Journalisten eine Verantwortung gegenüber der Bevölkerung haben, nämlich die der unabhängigen Information und der unparteilichen Gegenüberstellung der Argumente. Doch der Beitrag hinterlässt eher den Eindruck eines überzeugten Fleischessers oder einer überzeugten Fleischesserin, der oder die den Vegetarismus einfach nur in einem schlechten Licht da stehen lassen möchte.

Falls Sie wirklich Interesse an einer sachlichen Gegenüberstellung der Argumente haben, dann empfehle ich Ihnen die größte (und unabhängige) wissenschaftliche Studie, die jemals zum Zusammenhang zwischen Ernährung und Krankheit durchgeführt wurde: Die 'China Study' von Dr. T. Colin Campbell. Und wenn Sie recherchieren, finden sie genügend wissenschaftliche Argumente, die für Vegetarismus oder Veganismus sprechen. Daraus können Sie dann eine bessere, unparteiische Sendung machen, bei der Sie die wissenschaftlichen Argumente gegenüber stellen. Ich bezweifele nur, dass Sie wirklich Interesse hatten an einer objektiven, sachlichen Auseinandersetzung mit dem Thema.

Mit freundlichen Grüßen

5 Kommentare:

  1. Danke für den Tipp. Schade, dass solche interessanten Reportagen immer so spät kommen. Aber ich werde versuchen mich wach zu halten ^^

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  2. Naja so toll fand ich die Doku dann doch nicht. Ich finde es schade, dass am Ende Vegetarier als "Trend" und Veganer als "Extremisten" dargestellt wurden..das Übliche eben. Und ich glaube kaum, dass sich jemand für Veganismus entscheidet, nachdem in der Reportage zwei Ärzte gesagt haben, wie gesundheitsschädlich das doch sei. Etwas mehr unterschiedliche Perspektiven hätten mich gefreut.

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  3. aaaaahhhh...was war das denn für eine schwachsinnige Reportage?
    Wieviel Geld der Koch,der angebliche Ernährungsexperte und der Arzt wohl bekommen haben,für soviel Müll,was die da erzählt haben?

    Sat1, das war unterste Schublade!!! Schämt Euch, solchen Schwachsinn im Fernsehen zu verbreiten, ihr altertümlichen Fleischesser!

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  4. Fast hätte ich den Musterbrief auch abgeschickt, aber der Verweis auf "The China Study" als Quelle ist... naja... Was dann am Ende der Reportage herauskäme, wäre mindestens genauso unsinnig.
    Für eine gute Reportage müsste man auch Kritiken über beide Seiten lesen. Das ist zeitaufwendig.

    http://rawfoodsos.com/the-china-study/

    (hehe, bei den captures hier auf dem Blog muss ich gerade "yessfur" eingeben... Seltsam für einen veganen Blog.)

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  5. Danke für die Vorlage - gerade abgeschickt;

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